Brautstrauß verwerten: Die schönsten Ideen | Harzglück
Von Harzglück Redaktion · 11. Juni 2026 · 4 Min. Lesezeit · Trends

Dein Brautstrauß hat deinen großen Tag begleitet. Was kommt danach? Wir zeigen dir die schönsten Wege, ihn zu konservieren, in Harz zu vergießen oder weiterzugeben. Von Trockenblumen bis Schmuck ist alles möglich.
Du hast ihn Monate lang geplant, mit deiner Floristin abgestimmt und am großen Tag kaum aus der Hand gelegt: deinen Brautstrauß. Pfingstrosenrosa, mit Eukalyptus durchwachsen oder wild und waldig mit Harzblüten, Gräsern und ein paar zarten Farnen. Er war Teil jedes Fotos, jedes Augenblicks. Und dann? Steht er in einem Glas Wasser, und spätestens nach drei Tagen beginnt das langsame Verwelken.
Viele Brautpaare wissen gar nicht, welche Möglichkeiten es gibt, diesen Strauß zu bewahren oder ihm ein zweites Leben zu schenken. Ob du ihn jahrzehntelang als Kunstwerk aufhängst, in Harz vergießen oder noch am Abend weiterverschenken möchtest: Es gibt Wege für jedes Budget und jeden Stil. Dieser Beitrag zeigt dir, was wirklich funktioniert.
Trockenblumen, Pressen, Einrahmen. Klassische Wege zum Bewahren
Die einfachste Methode kostet kaum etwas und funktioniert zuverlässig: den Strauß kopfüber an einem trockenen, dunklen Ort aufhängen und vier bis sechs Wochen warten. Das Ergebnis sind Trockenblumen, die ihre Form und je nach Sorte auch einen Teil ihrer Farbe behalten. Hortensien, Rosen, Lavendel und Eukalyptus eignen sich besonders gut. Wer rund um Thale oder im Selketal geheiratet hat und Wildblumen im Strauß hatte, wird oft überrascht sein, wie schön auch schlichte Wiesenblumen getrocknet wirken.
Noch flacher und bilderbuchartig wird es beim Pressen: Einzelne Blüten oder kleine Zweige kommen zwischen Lagen Zeitungspapier und schwere Bücher, nach zwei bis vier Wochen sind sie flach und trocken. Eingerahmt unter Glas entsteht ein Herbarium, das jahrzehntelang hält. Besonders beliebt: ein zweigeteilter Rahmen, in dem das Hochzeitsfoto neben gepressten Blüten aus dem Strauß sitzt.
Beide Methoden funktionieren am besten, wenn du sofort nach der Hochzeit anfängst. Der Strauß sollte noch frisch sein, ohne angewelkte Blüten.
Vergießen, einbetten, gefriertrocknen. Der Strauß als Erinnerungsstück
Wer etwas Dauerhafteres möchte, lässt seinen Strauß in Epoxidharz vergießen. Das klingt nach Chemie, ergibt aber ein glasklares, massives Objekt, das den Strauß für immer einschließt. Anbieter in ganz Deutschland und einige in der Harz-Region, bieten diesen Service an: Die Blüten werden zunächst getrocknet, dann schichtweise in das flüssige Harz eingebettet. Je nach gewählter Form entsteht ein Würfel, eine Kugel, ein Herz oder eine freie Form, als Briefbeschwerer, Dekoobjekt oder Schmuckstück.
Alternativ gibt es die Gefriertrocknung. Dabei wird der Strauß bei sehr niedrigen Temperaturen getrocknet, die dreidimensionale Form bleibt dabei viel besser erhalten als beim klassischen Lufttrocknen. Das Verfahren ist aufwendiger und kostet entsprechend mehr. Liefert aber Ergebnisse, die kaum von frischen Blumen zu unterscheiden sind. Viele Paare stellen den getrockneten Strauß in eine Glasvitrine.
Eine dritte Option: Einzelne Blüten werden zu Schmuck verarbeitet, als Harzanhänger, Ohrringe oder kleines Medaillon. Diese Variante ist besonders schön, wenn du einen Teil des Straußes täglich bei dir tragen möchtest.
Drei Dinge, die du vor der Entscheidung wissen solltest
Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend. Vergießen und Gefriertrocknen funktionieren nur mit einem möglichst frischen Strauß. Wenn du weißt, dass du ihn bewahren möchtest, lass ihn direkt nach der Hochzeit von einem Familienmitglied in Frischhaltefolie einwickeln und kühl stellen. Manche Paare übergeben den Strauß noch am Hochzeitsabend an einen Versandanbieter für Gefriertrocknung.
Bestimmte Blütenarten halten sich besser als andere: Rosen, Hortensien und Strohblumen sind robuster als Maiglöckchen oder tropische Sorten. Und schließlich spielt das Budget eine Rolle. Lufttrocknen ist kostenlos, ein Bilderrahmen kostet wenige Euro, Epoxidharz-Verguss liegt je nach Anbieter zwischen 80 und 250 Euro, Gefriertrocknung kann 150 bis 400 Euro kosten.
Verschenken, spenden, weitergeben: Wenn der Strauß ein zweites Leben bekommt
Nicht jedes Brautpaar möchte den Strauß behalten. Es gibt eine alte Tradition, ihn am Ende des Abends an eine Freundin oder ein unverheiratetes Gästepaar zu übergeben. Manche Paare verteilen einzelne Blüten an die Tischgestecke und lassen ihre Gäste die Blumen mit nach Hause nehmen.
Eine besonders bedeutungsvolle Geste: Krankenhäuser, Pflegeheime und Hospize nehmen frische Blumen gerne an. Frisch nach der Hochzeit gebracht, machen Rosen und Lilien in einem Aufenthaltsraum einen echten Unterschied. Einige Gemeinden rund um Goslar und Quedlinburg organisieren auch Blumenspenden für lokale Einrichtungen. Es lohnt sich, nachzufragen.
Wer auf Nachhaltigkeit achtet: Bioläden oder Kompostieranlagen nehmen unbehandelte Schnittblumen entgegen. Wer auf Pestizide verzichtet hat, was bei Biofloristinnen in der Region möglich ist, kann seinen Strauß auch im eigenen Garten kompostieren. Aus dem Kompost werden neue Pflanzen, ein schöner Kreislauf.
Den Brautstrauß nach der Hochzeit verwerten und den Tag noch ein bisschen länger festhalten
Dein Brautstrauß muss nicht verschwinden, wenn die Hochzeit vorbei ist. Ob du ihn als getrocknetes Bündel an der Wand hängst, in Epoxidharz vergießt oder noch am Abend an eine liebe Person weitergibst. Jede Entscheidung ist richtig, solange sie zu euch passt. Wenn du dir früh Gedanken machst, hast du die besten Möglichkeiten: Ein frischer Strauß lässt sich viel leichter verwerten als einer, der schon drei Tage gestanden hat.